SMS -> EMS -> MMS

SMS Nachfolger: EMS und MMS
Der bis heute ungebrochene SMS-Boom in Deutschland stellt für die Netzbetreiber und Service Provider eine nicht unwesentliche Umsatzquelle dar. Mittlerweile werden mit dem Kurzmitteilungsdienst bis zu 15 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet.
Als der SMS-Dienst 1995/1996 in Deutschland eingeführt wurde, war er ursprünglich nur zur Alarmierung bei neu eingetroffenen Mobilbox-Nachrichten vorgesehen. Eine Textlänge von 160 Zeichen war hierfür völlig ausreichend. Später wurde dann für Vertragskunden das Versenden von SMS vom Mobiltelefon, anfangs nur netzintern, freigegeben. Damals hätte kaum einer daran gedacht, dass der Kurzmitteilungsdienst einmal so erfolgreich werden würde. Der eigendliche SMS-Boom begann aber erst, als die Netzbetreiber 1999 das Versenden von Kurzmittelungen auch für Prepaid-Kunden freischalteten. Der SMS Empfang war schon vorher möglich. Wegen der hohen Gesprächsgebühren wurde die SMS, als "günstige" Kommunikationsalternative, besonders bei Prepaid-Kunden immer beliebter.
Allein in Deutschland wurden letztes Jahr mehr als 24 Milliarden SMS verschickt (weltweit rund 250 Milliarden). Etwa zwei Drittel der in Deutschland versendeten Kurzmitteilungen gehen auf das Konto von Handynutzern. Der Rest sind gewerblich versendete Kurzmitteilungen, wie Info- und Web-SMS, sowie SMS-Werbung. Damit der Kurzmitteilungsdienst auch in Zukunft für den Kunden attraktiv bleibt, wird die SMS stufenweise zur MultiMedia-Nachricht mit neuen Funktionen erweitert.

Enhancend Messaging Service (EMS)
Der "gerätehersteller- und netzwerkunabhängige" Enhancend Messaging Service (EMS) ist eine Zwischenstufe zur MultiMedia-Nachricht (MMS). Der EMS-Dienst erweitert textbasierende SMS Kurzmitteilungen um neue Funktionen, die ähnlich dem Smart-Messaging-Standard von Nokia und dem Magic4-Dienst von Philips sind. Kompatibel sind die Dienste untereinander allerdings nicht. Der Enhancend Messaging Service nutzt die gleiche Technologie und Infrastruktur wie der SMS-Dienst und ist somit zu SMS bedingt abwärtskompatibel.
Mit EMS ist der Versand und Empfang von alphanumerischen Textnachrichten in Kombination mit Schwarzweiss-Bildern in drei Formaten (16x16, 32x32 Pixel und variabel bis zu 96x64 Pixel), GIF-Animationen (8x8 und 16x16 Pixel) und Melodien, an andere EMS-fähige Mobiltelefone möglich. Empfangene Bilder und Melodien können geräteabhängig auch als Logo oder Klingelton abgespeichert werden. Einzelne Textelemente einer EMS-Mitteilung lassen sich mit Absätzen oder verschiedenen Schrifttypen, wie fett oder kursiv, individuell formatieren. Die Textlänge ist durch die Verkettung mehrerer herkömmlicher Kurzmitteilungen (bis zu 17) nicht länger auf 160 Zeichen begrenzt. Theoretisch kann einer EMS bis zu 2720 Zeichen enthalten. Wird eine EMS-Mitteilung mit Bild- und Ton-Inhalt an ein nicht EMS-fähiges Handy gesendet, kann auf dem Empfängergerät nur der reine Textinhalt dargestellt werden. Alle in der EMS enthaltenen Grafiken, Melodien und Textformatierungen entfallen.

Die Kosten für den EMS-Versand richten sich im Grunde nach der zu versendenden Datenmenge. Eine EMS mit viel Text, Bildern und Tönen setzt sich nämlich aus mehreren herkömmlichen Kurzmitteilungen zusammen, die jeweils einzeln als SMS abgerechnet werden. Je umfangreicher eine EMS ist, desto teurer wird der Spass.

Der offene EMS-Standard wurde von den Mobiltelefonherstellern Alcatel, Ericsson, Motorola und Siemens gemeinsam entwickelte. Mittlerweile wird EMS auch von Panasonic, Samsung und Trium unterstützt.

Multimedia Messaging Service (MMS)
Der Multimedia Messaging Service (MMS) ist der Nachfolger der Kurzmitteilungsdienste SMS und EMS. MMS basiert auf dem neuen WAP-Standard 2.0 und nutzt den schnellen GSM-Datendienst GPRS, sowie zukünftig auch die Übertragungsstandards von UMTS. Mit dem Multimedia Messaging Service können neben Textnachrichten in nahezu unbegrenzt Länge, auch farbige Fotos, animierte Grafiken, Audiodateien und Sprachnachrichten beliebig kombiniert versendet und empfangen werden. Beim Empfänger werden MMS-Mitteilungen als eine Art Multimedia-Präsentation in der Reihenfolge abgespielt, wie sie vom Absender erstellt wurden. Später sollen mit der UMTS-Technik auch MMS-Nachrichten mit Videoclips und Video-Streaming möglich sein. Der MMS-Standard unterstützt derzeit die Dateiformate JPEG, GIF und WBMP für Bilder, MIDI, MP3 und WAV für Audioclips, sowie später auch MPEG4 und Quicktime für Videoclips. Theoretisch können in einer multimedialen Nachricht bis zu 100 Kilobyte unterschiedlicher Daten übertragen werden. Empfangene Bilder und Melodien können geräteabhängig auch als Logo oder Rufton abgespeichert werden. Das Versenden und Empfangen von MMS ist, wie bei SMS, zwischen mobilen Endgeräten und als E-Mail ins stationäre Internet möglich. Wird eine Multimedia-Nachricht an ein nicht MMS-fähiges Endgerät gesendet, dann erhält der Empfänger eine Benachrichtigung per SMS.
Die Versandgebühren für eine Multimedia-Nachricht bis zu 30 Kilobyte liegen etwa doppelt so hoch, wie bei einer herkömmlichen SMS-Nachricht. Bei umfangreicheren Nachrichten, mit grösseren Datenmengen, ist mit höhere Gebühren zu rechnen.

MMS-Zentralen

Über die MMS-Zentralen (MMSC => Multimedia Message Service Center) wird sowohl der MMS- und SMS-Austausch zwischen den Mobilfunknetzen, als auch mit dem stationären Internet per E-Mail abwickelt. Wie bei den SMS-Zentralen werden die Mitteilungen nach dem Store-and-Forward-Prinzip von der MMS-Zentrale umgehend an den Empfänger weitergeleitet oder zwischengespeichert bis dieser wieder im Netz erreichbar ist. Ein MMS-Proxy-Relay-Server in der MMS-Zentrale stellt die Verbindung zwischen den angemeldeten MMS-Endgeräten und den unterschiedlichen Messaging-Diensten (MMS/SMS/E-Mail) und Content-Servern (Internet/WAP) her. Falls notwendig kann er auch die audiovisuellen Inhalte einer Nachricht an die Fähigkeiten des jeweiligen Empfängergerätes anpassen. Ist dies nicht möglich oder gewünscht, wird an den Empfänger eine SMS-Benachrichtigung versendet, mit dem Hinweis, wo er die Multimedia-Mitteilung im Internet abrufen kann. Jeder Mobilfunkkunde soll später die MMS-Zentrale für seinen Anschluss so konfigurieren können, dass zum Beispiel nur bestimmte Meldungen oder Inhalte an sein Mobiltelefon, und die restlichen Nachrichten an eine E-Mailadresse im Internet weitergeleitet werden.

Weitere Infos:  www.mobileSMS.com    www.mobileEMS.com    www.mobileMMS.com